Das Projekt nähert sich der städtebaulichen Aufgabenstellung im Geiste Prachenskys. Der Fußgänger rückt wieder ins Zentrum des Campus. Der motorisierte Individualverkehr wird ihm untergeordnet und Stellflächen gezielt an den Rand gesetzt — so wie es Hubert Prachensky und Ernst Heiss einst vorsahen. Die Kleinteiligkeit der Bauvolumen — Blockgrößen, Fassadenlängen — und die klare Definition der übergeordneten Erschließungsachsen stehen im Mittelpunkt des Entwurfs. Entlang der Ost-West Achse entstehen durch die Gebäude-Schmalseiten eine Verdichtung der Adressen und kurze Wege zwischen den Gebäuden. Die Kompaktheit maximiert den Spielraum des Auslobers für die künftige Campusentwicklung und schafft großzügige Freiflächen im Herzen des Uniareals.
Die bestehende Garage vor dem Victor-Franz-Hess-Haus wird zum Platz hin geöffnet, ihre Struktur freigestellt und zur Fahrradgarage und Treffpunkt im Herzen des Campus aufgewertet.
Das Grüne Auditorium verbindet die beiden Niveaus spielerisch mit einer Böschung. Sitzstufen sind zwischen Stauden-Gräser-Pflanzungen eingebettet und bieten Raum zum Lesen, Lernen oder Austausch.

Die neuen Gebäude des HdP & TZCT nehmen die bestehende Bebauungsstruktur in Form von Nord-Süd gerichteten, höhendifferenzierten Baukörpern auf. Das System lässt sich nach Westen in unterschiedlichsten Typologien und Maßstäben weiterschreiben ohne die Grammatik zu ändern. Die städtebauliche Leitstruktur Prachensky/Heiss‘ wird ins 21. Jahrhundert übersetzt.
Die Frei- und Grünräume des Campus Technik sollen den Gesamteindruck des neu entstehenden Areals prägen. Die Bäume werden bereits in der ersten Bauetappe gesetzt und der Freiraum wird fertig gebaut. Dieser Startvorsprung verschafft dem zukünftigen Park wertvolle Zeit zur gesunden Entwicklung und stellt bis zur Fertigstellung des gesamten Campus bereits angenehme und beschattete Räume zur Verfügung.

Oberste Prämisse des Entwurfs ist eine kompakte Bauweise und ein schonender Flächenverbrauch am Grundstück. Das Haus der Physik gliedert sich der Körnung seiner Funktionsbereiche folgend in einen rational organisierten, großteiligen Sockelbereich und darauf verschränkte, kleinteilige Kopfbaukörper mit Büro- und Institutsflächen.

Man betritt das Gebäude durch ein lichtdurchflutetes Atrium mit Blickbeziehung in den Hörsaal sowie zu den Haupterschließungswegen des Hauses. Im Gebäudezentrum stellt die Magistrale eine großzügige Verbindung zwischen allen Geschoßen her. Sie vermittelt auf kurzem Weg zwischen den Funktionsbereichen und gibt Orientierung im Gebäude. An den Flanken sind transparente Zonen situiert – Lern- und Aufenthaltsbereiche – die sich nach außen bzw. zu den Atrien orientieren. Sie bringen natürliches Licht in die Magistrale und bilden die Nutzungsvielfalt des HdP entlang der Haupterschließung ab.

Die Magistrale teilt den Baukörper in 2 Teile: Der zum Campusplatz orientierte Bereich im Norden beherbergt alle öffentlichen Funktionen und Lehrbereiche, der südliche Bereich ist Werkstätten, Laboren und der Anlieferung gewidmet. Transparente Lern- und Meetingzonen bilden die halböffentliche Vorzone zu den Nutzflächen, die über Stichgänge erschlossen werden.

Zeitraum: 2022-2028
Auftraggeber: BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H
Adresse: Campus Technik, 6020 Innsbruck
Mitarbeit: Markus Niklas
Achim Eilmsteiner
Auszeichnungen: EU-weit offener Wettbewerb, 1. Preis